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Mit dem Namen Waldorf-Plus startet nun ganz neu ein Angebot der LAG Niedersachsen/Bremen an ihre Waldorfschulen zur Weiterbildung. Mit den bewährten Ansätzen und Methoden der LiP-Ausbildung werden Weiterbildungen für alle Kollegen, Geschäftsführer, Mitarbeiter und Eltern unserer Region angeboten.

Das kommende Modul findet vom 9. bis zum 12.2.2017 statt.
Thema: Zeitgemäße Waldorfpädagogik 

Der Gründungsimpuls der Schule ist nun fast 100 Jahre alt. Was von dem, was sich heute manifestiert in unseren Schulen ist zeitgemäß? Was an zeitgemäßer Pädagogik konnten wir bisher umsetzen, was noch nicht? Wie haben sich die Bedingungen des Unterrichtens geändert und welche Antworten haben wir darauf gefunden?

Diese und weitere Fragen können wir gemeinsam bewegen und bearbeiten.

Dazu laden wir Sie herzlich ein zu einem Modul der Reihe Waldorf-Plus.

In erwachsenergerechter Weise können wir uns diesem Themenkomplex nähern und unter der Begleitung von Herrn Harslem versuchen, Antworten zu finden.

Dieses Modul wird vom 9. - 12. Februar 2017 in Bremen stattfinden. Anmelden können Sie sich bei Frau Feige-Oesker: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;, bitte melden Sie sich bis zum 2.2.2017 an.
Die Kosten belaufen sich auf 180,- € für Übernachtungen (incl. Bettwäsche und Handtücher) und Vollpension (Diese Kosten werden oft von der Schule übernommen) . Die Kosten für die Dozenten trägt die LAG Niedersachsen/Bremen/Schwerin. Weitere Informationen finden Sie unter waldorf-plus.de.

 

Vorraussetzungen und Kosten:

Die Module sind für alle Menschen, die an eine Waldorfschule in Niedersachsen/Bremen und Schwerin angegeliedert sind frei zugänglich. Die Kosten für die Dozenten trägt die LAG Niedersachsen/Bremen.

Die Kosten für die Übernachtungen und die Vollpension belaufen sich auf 60,--€ pro Tag. Bettwäsche und Handtücher werden gestellt.

 

Zum vorletzten Modul zur Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Eltern gibt es folgenden Bericht von Frau Linnemann:

Lernende Lehrer und ihre Zusammenarbeit mit Eltern

Unter dem Arbeitstitel „Waldorf-Plus“ begegneten die Akteure der „Lehrerbildung in der Praxis“ dem Bedürfnis, das Thema „konstruktive Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Eltern an Waldorfschulen“ zu bearbeiten.

Lehrerbildung in der Praxis, kurz LIP, ist ein Ausbildungs-Format, das seit inzwischen 12 Jahren dazu beiträgt, dem Lehrerbedarf im Norden Deutschlands (Niedersachsen und Bremen) mit einem eigenen Konzept gerecht zu werden. Wesentliches Merkmal: Erfahrene und unerfahrene Lehrer lernen gemeinsam und erhalten mit unterschiedlichen Methoden Handwerkszeuge, mit denen sie ihre Zusammenarbeit in der Praxis sinnvoll gestalten können. Die so genannten Trainees haben sich in der Regel in wohnortnahen Seminaren mit den Grundlagen der Waldorfpädagogik vertraut gemacht und stellen sich in einem Praxisjahr den Anforderungen des Schulalltags. Dabei arbeiten sie eng mit einem Ausbildungsbegleiter zusammen der über langjährige Erfahrungen verfügen kann. Ein solches Duo besucht die Module der LIP um sich gemeinsam in den verschiedenen Methoden des Erwachsenen- Lernens zu schulen.

 

Aufgrund der Erfahrung, mit den auf den Modulen erhaltenen Handwerkszeugen den Problemen des Schulalltags besser begegnen zu können, entstand in dem Kreis der werdenden und gewordenen Lehrer der Wunsch, bestimmte Themen ausführlicher zu bearbeiten. Ein sogenanntes Extra-Modul war darauf die schlüssige Antwort. Zu ihm wurden auch Kollegen eingeladen, in denen auch außerhalb der LIP das Bedürfnis nach einer solchen Fortbildung entstanden ist.

So trafen im Oktober 2015 in der Ilse Eickhoff Akademie in Schwanewede bei Bremen Kollegen mit unterschiedlichem Erfahrungshintergrund zusammen, verbunden durch den Impuls, der sogenannten Elternarbeit an ihrer Schule eine neue Qualität zu geben.

Sie erwartete ein umfangreiches Programm das von M.Harslem, R. Griebel und A.Langwost mit dem bewährten Konzept der LIP vorbereitet worden war. Dieses Konzept beinhaltet im Wesentlichen vier Schwerpunkte:

Selbsterziehung des Lehrers

Unter dem Stichwort Selbstmanagement erhalten die Teilnehmer einen lebendigen Zugang zu den Übungen in dem Buch:„ Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten“, das man heute „Handbuch für den sich selbst entwickelnden Menschen“ nennen kann.

Lern- und Übungserfahrungen als Grundlage des Lehrens

In den so genannten Sozialkünstlerischen Übungen (Bewegung, Musik, Sprache, Malen) erlebt sich jeder –unabhängig vom Erfahrungsstand- als Lernender und Übender und erhält die Möglichkeit im Austausch mit anderen seine Erlebnisse zu reflektieren.

Erkenntnisleitende Ideen

In vorbereiteten Referaten der Modulvorbereiter werden wissenschaftliche Forschungsergebnisse z.B. aus den Feldern Soziologie, Psychologie und Hirnforschung dargestellt und bestimmte Themen mit den Aussagen Rudolf Steiners beleuchtet.

Methodenschulung zur Kommunikation

Unterschiedliche Methoden werden vorgestellt und anhand von Fragen aus der Praxis geübt. Z.B. Dynamische Urteilsbildung, Kollegiale Fallberatung, kontrollierter Dialog, Feedback-Regeln.

Diese Arbeits-Felder boten viele Möglichkeiten zu der Auseinandersetzung mit der Frage: Wie lässt sich die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrern konstruktiv gestalten? So gestaltete sich der Blick auf das Thema immer wieder unter unterschiedlichen Aspekten aus den verschiedenen Feldern. Der Frage ´ Was hat sich im Verhältnis Eltern-Lehrer verändert? ´ wurde z.B. sowohl im Erfahrungsaustausch als auch unter Berücksichtigung von Forschungsergebnissen begegnet: Die Generation Baby-Boomer (1945 -1964) begegnet dem Leben unter dem Grundmotiv „ Leben um zu arbeiten“ dieses hat sich über die Generation X (´ Arbeiten um zu Leben´)bis zur Generation Y gewandelt zu der Haltung: ´Leben beim Arbeiten´ -was sich z.B. in der Einrichtung von Betriebskrippen äußert.

Mit der Darstellung wesentlicher Aspekte der Transaktionsanalyse, wurde ein möglicher Zugang zur Objektivierung individueller Bedürfnislagen geschaffen, der mehr Verständnis für das Gegenüber schaffen kann, aber auch eine hilfreiche Selbstreflexion ermöglicht.

Die Entwicklungs- Psychologie gewährt einen Einblick in die Veränderungen in dem Verhältnis Eltern-Kind. So stellt eine Studie von M. Winterhoff dar, dass das Erziehungs-Motiv „Autorität“ sich zum Ideal „Partnerschaft“ entwickelt hat, weil die heutige Elterngeneration einen anderen Zugang zum Thema Erwachsensein hat.(M.Winterhoff, „SOS Kinderseele“). Während diese Themen zu einem Verständnis der allgemeinen gesellschaftliche Situation beitragen, geht die Frage „Was trägt konkret zum Misslingen des Dialogs zwischen Eltern und Lehrern bei? ´ schon eine Schicht tiefer:

Bei der Suche nach den Ursachen von Konflikten ist auch der Blick auf Phänomene hilfreich, die in der psychologischen Forschung evaluiert wurden. So weist das Modell der Stress-Zonen aus der aktuellen Hirnforschung (Hüther/Spitzer) darauf hin, dass in einer Skala von Sicherheit (Komfortzone) über Unsicherheit, Angst bis hin zu Panik (Flucht, Angriff, Lähmung) die Fähigkeit zu konstruktivem Dialog abnimmt. Damit schärft sich der Blick für die Hintergründe von misslingenden Elterngesprächen. Auch in dem anschließenden Austausch über Erfahrungen aus diesem Bereich wurde deutlich, dass es häufig die Angst – entweder auf der Seite der Eltern oder auch auf der Seite der Lehrer – ist, die zu einem ungünstigen Verlauf der Gespräche führen kann.

Wie also Angst wahrnehmen und vermeiden? Diese Frage wurde mit einer der in der LIP praktizierten Methoden beleuchtet:

Die kollegiale Fallberatung. Ein Kollege(Fallgeber) schildert ein reales Erlebnis oder einen Prozess und formuliert eine daran entstandene persönliche Frage. In mehreren Schritten verschaffen sich die Berater einen Eindruck und spiegeln diesen möglichst in Form eines Bildes zurück. Durch den bewussten Wechsel von Sprechen und Zuhören entsteht die Möglichkeit, einen anderen Fokus auf die Fragestellung zu bekommen, ohne sich rechtfertigen zu müssen, oder Ratschläge annehmen zu müssen. Oft ergibt sich dadurch ein erlösendes Aha-Erlebnis und im Fragenden entsteht die Fähigkeit, eine eigene Antwort zu entwickeln. Hinsichtlich der konkreten Fragen, - „warum gerieten wir immer wieder aneinander; warum spitzte sich der Konflikt immer mehr zu und schien nicht lösbar?“ - erhielten betroffene Kollegen mit dieser Methode zum ersten Mal die Möglichkeit, sich in die Situation ihrer Konfliktpartner einzufühlen. Das Anschauen der ins-Bild-gebrachten Situation, ließ sie ihre eigene Angst loslassen und es entstanden Ideen für künftige Begegnungen.

Für das Thema „Einfühlung in das Gegenüber“ boten sich auch die sozialkünstlerischen Übungen an: Beim praktischen „Gehen in den Mokassins des Anderen“ oder beim „ Stabtanz“, in dem der Wechsel von Führen und Geführt- Werden viel Auflockerung und Entspannung, aber auch aufschlussreiche Erfahrungen brachte. Hier wurde zum Beispiel deutlich, dass sich das Verhältnis eines Duos vollständig verändern kann, wenn die Tänzer vor die Herausforderung gestellt sind, sich damit innerhalb einer Gruppe zu bewegen aus der ganz andere Impulse kommen.

Diese Übungen weckten sozusagen bis in die Fußspitzen ein Bewusstsein dafür, dass eine Verhaltensänderung des Partners nicht erzwingbar ist, und eine festgefahrene Situation sich nur durch die eigene Bewegung verändern lässt. Damit ist der Bogen vom Lernen über den Willen zum Lernen durch Erkenntnis geschlagen und damit zum LIP-Lern- Feld des sogenannten „Selbstmanagements“.

Ein Gedankeninhalt aus den Hinweisen Rudolf Steiners zur Selbsterziehung stellt einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu einer gelingenden Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrern dar.

Begegne ich einem Menschen und tadle ich seine Schwächen, so
raube ich mir höhere Erkenntniskraft; suche ich liebevoll
mich in seine Vorzüge zu vertiefen, so sammle ich solche
Kraft.“ (GA 10 S. 23)

Merkmale und Inhalte der Waldorf-Plus-Module

Wesentliche Kennzeichen dieser Fortbildungsmodule sind:

  • erwachsenengerechter Ansatz

  • Arbeiten auf Augenhöhe

  • Eigeninitiative

  • Selbstverantwortung

  • Arbeiten in Gruppen

  • Individuelles Lernen

  • Sie dauern von Donnerstag Nachmittag bis Sonntag Mittag

Als methodische Elemente werden Sie erleben können:

  • Sozial-künstlerische Übungen
    Erleben Sie Gruppenübungen, die zur Selbsterkenntnis anregen können

  • Lerntagebuch führen
    Machen Sie sich Ihren Lernfortschritt deutlich, indem Sie Ihre Erlebnisse festhalten – individuell für sich.

  • Nachklang
    Zeit des Nachsinnens und der Kontemplation am Morgen.

  • Selbstmanagement
    Anregungen aus der Geisteswissenschaft zum Umgang mit sich selber und mit der Welt.

  • Inhaltliche Arbeit
    Finden Sie einen eigenen Zugang zu den Themen und arbeiten Sie bei allen Fragen mit.

Mögliche Themen für Weiterbildungen sind derzeit: (Reihenfolge nicht festgelegt)

  • Zusammenarbeit mit Eltern I
    Welche Sprache spricht der Lehrer? Wie ist ein beide Seite befriedigender Umgang möglich?

  • Zusammenarbeit mit Eltern II
    Wie kann die Zusammenarbeit fruchtbar werden?

  • Zusammenarbeit mit Eltern III
    Lehrer und Eltern können hier gemeinsam neue Lösungen entwickeln

  • Die Waldorfschule von morgen
    Wie kann diese aussehen? Wie können wir an die Gründungsimpulse der Waldorfschule anschließen? Was erfordert eine Erziehungskunst von morgen? Was können und müssen wir heute dafür tun?

  • Konfliktmanagement
    Woran erkenne ich einen Konflikt? Wie kann ich ihn verstehen? Wie gehe ich damit um? Wie schütze ich mich vor fremden Konflikten?

  • Selbstverantwortliches Lernen (SVL)
    Das individualisierte und kooperative Lernen in allen Klassen altersgemäß auf der Grundlage der Waldorfpädagogik in die Praxis umsetzen.

  • Arbeitsorganisation
    Meinen Arbeitsstil und meine Zeitfresser erkennen lernen, Wie kann ich mich besser organisieren? Wie finde ich einen Zugang zu meinen Kräftequellen?

  • Konferenzleitung
    Welche Aufgaben haben Konferenzen heute? Wie sieht eine wohlwollende, gestaltende, themenzentrierte, lösungsorientierte, effiziente und heilsame Leitung aus?

  • Gesprächsführung Personalgespräche
    Welche Haltungen sind nötig, um Gespräche auf Augenhöhe führen zu können? Wie können solche Gespräche fruchtbar werden? Welche Fehler sollten vermieden werden?

  • Salutogenese, Burn Out Prophylaxe
    Wie bleibe ich gesund und fröhlich in meiner Tätigkeit? Wie erreiche ich das Gefühl der Stimmigkeit und des Einbezogen-Seins? Was sind meine Kräftequellen/meine Energiefresser?

  • Pädagogischer Alltag
    einladen-ermutigen-begeistern! Innere Verbindung zu den Schülern schaffen; Kindern Sicherheit geben und Grenzen setzen / Lehrerhaltung entwickeln; untere Sinne, Selbstkompetenz und Sozialkompetenz und die Klassengemeinschaft im Rhythmischen Teil schulen; Austausch und Entwicklung eigener Arbeitsansätze in diesem Bereich. Insbesondere gedacht für Berufseinsteiger.

  • Zeitgemäße Waldorfpädagogik
    Erarbeiten neuer Ansätze und erkennen neuer Impulse für einen Unterricht, der den heutigen Kindern angemessen ist.

  • Weiterbildung der pädagogischen Hilfskräfte
    Wie kann ich dieses Arbeitsfeld ergreifen? Welchen Anforderungen werde ich genügen? Wie kann die Zusammenarbeit gelingen? Welche Grundlagen brauche ich?

Für dieses Jahr sind bisher drei Weiterbildungen geplant:

  • 11. - 14. Februar 2016 - Personalgespräche
  • 3. - 6. März.2016 - Konferenzleitung
  • 11. - 14. August 2016 - Zusammenarbeit mit Eltern

Den gerade fertigen Flyer können Sie hier herunterladen.


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Zusätzliche Informationen