Eine Besonderheit von Waldorfschulen ist der Hauptunterricht in den ersten zwei Schulstunden am Morgen. In dieser Zeit erteilt der Klassenlehrer den Unterricht in Epochen von mehreren Wochen pro Fach. Die Epochen gibt es in allen Fächern, in denen Sachgebiete in sich geschlossen behandelt werden können (Deutsch, Geschichte, Mathematik, Naturwissenschaften usw.). Fächer, die laufender Übung bedürfen (Musik, Werken, Handarbeit, Eurythmie, Fremdsprachen, Religion), werden in Fachstunden erteilt. Im Hauptunterricht können auch große Klassen unterrichtet werden; im Fachunterricht wie bei Fremdsprachen werden die Klassen oft halbiert, im Werkunterricht eventuell gedrittelt.

Der Fremdsprachenunterricht beginnt schon in der ersten Klasse mit Englisch und Russisch oder Französisch.

In den ersten Schuljahren, in denen die eigene Urteilskraft der Schüler erst heranreift, ist "bildhafter" Unterricht ein wesentliche Unterrichtsprinzip. Die Tatsachen werden so behandelt, dass die Schüler zusammen mit dem Anschaulichen auch das Gesetzmäßige und Wesenhafte der Dinge im Sinne echter Bilder verstehen und erleben lernen.
Dem Streben nach eigener Lebensgestaltung und Urteilsbildung vom 14. Lebensjahr an entspricht der wissenschaftliche Charakter vieler Unterrichtsfächer vom 9. bis 12. Schuljahr. Die Waldorfschulen sehen hier die pädagogische Aufgabe nicht darin, eine voruniversitäre Ausbildung zu betreiben, sondern den Unterricht inhaltlich so zu vertiefen, dass er sich mit den Lebensfragen des jungen Menschen verbinden kann und Antworten gibt.

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